Gott kennen lernen
Kein Mensch hat jemals Gott gesehen. Doch sein einziger Sohn, der selbst Gott ist und in enger Gemeinschaft mit dem Vater lebt, hat ihn uns gezeigt.
(Johannes 1,18)
Gott stellt sich vor
Die beste Basis, um zuverlässig etwas über Gott zu erfahren, ist die Bibel. Dieses “Buch der Bücher” ist nicht einfach ein Werk, das irgendwann einmal jemand geschrieben hat: Sie ist eine Sammlung von Schriften verschiedener Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen und Zeiten. Was Gott zu diese Menschen gesagt bzw. was sie mit ihm erlebt haben, passt auf faszinierende Weise zusammen. Es ergänzt und bestätigt sich gegenseitig, und das über sehr lange Zeiträume: Alleine das Alte Testament umfasst ca. 2.500 Jahre. Vieles was geschehen ist, wurde schon lange zuvor prophetisch angekündigt und schriftlich festgehalten.
Höhepunkt dieser Entwicklung ist Jesus Christus, der sich auf die alten biblischen Schriften beruft. Von sich spricht er sowohl als “Menschensohn”, d.h. als einen Menschen aus Fleisch und Blut, wie auch als “Gottessohn”, d.h. als echten Sohn des unsichtbaren Gottes. Damit überschreitet er die Grenzen menschlichen Verständnisses. Soll man so etwas glauben? Seine Einbettung in die lange biblische Geschichte macht ihn glaubwürdig: Sie zeigt ihn als jemanden, der die Jahrhunderte währende Reihe von Offenbarungen und Prophezeihungen erfüllt – bis in kleinste Details. Das bestätigt seine Berufung, seinen Anspruch und alles, was er uns über Gott zu sagen hat.
Der Vater, der seine Kinder liebt
Die Botschaft Jesu finden wir in den vier Evangelien, den ersten Büchern des Neuen Testaments. Wie in den Jahrhunderten zuvor geht es um Gott als Schöpfer, der die ganze Welt und jeden einzelnen Menschen geschaffen hat, der uns schon vor unserer Geburt gekannt hat und jedes einzelne Haar an uns kennt. Jesus bestätigt auch, dass Gott als Herrscher unbeschränkte Macht und Autorität hat – im Himmel und auf der Erde. Und dass Gott heilig und vollkommen gut ist: Der Himmel ist erfüllt von seiner reinen, strahlenden Gegenwart, die in besonderen Situationen auch hier bei uns zu erkennen ist.
Vor allem spricht Jesus von Gott als unserem “Vater im Himmel”. Gott betrachtet uns Menschen voller Liebe als seine Kinder. Nimm die Liebe, die menschliche Väter und Mütter im Idealfall zu ihren Kindern haben, und versuche sie auf eine göttliche Ebene zu heben, vielleicht hast du dann eine kleine Ahnung. Das bedeutet: Dein Vater im Himmel kennt dich genau und ist stolz auf dich. Er weiß was du brauchst und versorgt dich. Er hat vollkommen gute Pläne für dich, damit du ein sinnvolles und erfülltes Leben hast, über menschliche Maßstäbe und Möglichkeiten hinaus. Diese Pläne setzt er aber nicht mit Gewalt durch – er möchte, dass du ihm aus Liebe und im Vertrauen folgst.
Vergebung und Befreiung durch Jesus
Eine der bekanntesten Erzählungen von Jesus ist die Geschichte vom “verlorenen Sohn” (Lukas 15,11-32). Jesus beschreibt einen Menschen, der auf dem Anwesen seiner wohlhabenden Familie ein Leben führen könnte, wie man es sich nur wünschen kann. Trotzdem bricht er aus und sucht sein Glück außerhalb; erst als er sein Geld aufgebraucht hat und ganz unten angekommen ist, erkennt er den Wert seines Vaterhauses. Er beschließt zurückzukehren und erlebt, wie die Liebe des Vaters zu ihm ungebrochen ist: Statt ihm Vorwürfe zu machen, nimmt der Vater ihn voller Freude wieder auf. Diese Geschichte steht stellvertetend für alle Menschen, denn jeder von uns versucht zunächst einmal, auf die eine oder andere Weise vor Gott wegzulaufen.
Die andere Seite der Geschichte ist: Für das alles hat Gott selbst einen hohen Preis bezahlt. Der Vater im Himmel hat seinen Sohn Jesus losgelassen und als Mensch auf die Erde geschickt. Jesus hat die Berufung angenommen, hat die Herrlichkeit des Himmels verlassen und ist einfacher, vergänglicher Mensch geworden. Nicht nur das: Er hat seine Macht aufgegeben, sich von den Menschen anfeinden und am Kreuz brutal hinrichten lassen. Er beging als Mensch keinen Fehler und hatte keinerlei Schuld – und damit konnte Gott das als stellvertretende Strafe für alle anderen Menschen annehmen. Jesu Opfer hat für uns alle den Weg freigemacht, um wieder ins Vaterhaus zurückzukehren.
Und noch mehr: Jesus blieb drei Tage lang im Grab. Er war wirklich tot. Doch dann hat er den Tod überwunden und ist zu neuem Leben auferstanden. Auch darin ist er ein Pionier, der Erste: Wer an ihn glaubt, wird ebenso real wie er nach dem Tod ein neues Leben haben.
Das Leben wählen
Das ist der Punkt, an dem sich dein Weg entscheidet: Wählst du, Gott zu vertrauen und die Türe deines Herzens für ihn zu öffnen? Sag ihm das – am besten laut. Du bist dann (wie der “verlorene Sohn”) zurück im Vaterhaus und Gott wird dich mit offenen Armen empfangen. Vor dir liegt ein neues Leben als Familienangehöriger Gottes.
Niemand kann versprechen, dass (nach menschlichen Vorstellungen) alle Probleme weg sind und alles glatt laufen wird. Aber das Zusammenleben mit Gott wird dich verändern. Es werden sich Probleme lösen. Du wirst beten und Gebetserhörungen erleben. Die Liebe Gottes wird dich in ein befreites, tiefes und erfülltes Leben hineinführen. Ganz real!
Der Heilige Geist als Begleiter
Auch als Christen stoßen wir an Grenzen: Beim Verstehen, was in der Bibel steht, was Gott von uns möchte und wie wir mit ihm reden sollen. Beim Treffen guter Entscheidungen, beim Bewältigen von Herausforderungen in unserem Leben. Beim Loslassen schlechter Gewohnheiten und Gefühle. Vielleicht kommen Zweifel und es scheint fraglich, dass Gott uns wirklich liebt. Wo ist Gott dann? Wo ist Jesus?
Bevor Jesus von der Erde wieder in den Himmel zurückkehrte, sagte er zu seinen Nachfolgern: “Ich werde den Vater bitten, dass er euch an meiner Stelle einen anderen Helfer gibt, der für immer bei euch bleibt. Dies ist der Geist der Wahrheit. Die Welt kann ihn nicht aufnehmen, denn sie ist blind für ihn und erkennt ihn nicht. Aber ihr kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch leben.” (Joh. 14,16-17)
Auch der Heilige Geist ist geistlich, unsichtbar, aber er ist ein realer, göttlicher Begleiter für Gottes Kinder. Es lohnt sich, wenn du mit ihm vertraut wirst: Durch ihn wird Gott dich trösten und dir Antworten geben. Er hilft dir, wo du an Grenzen stößt. Er stärkt dich mit Kraft, Liebe und Besonnenheit (2. Tim 1,7) und gibt dir Begabungen für den Weg, den Gott mit dir geht. So öffnen sich für dich als natürlichen Menschen die Türen zu Gottes übernatürlicher Welt.
Reich Gottes – Gott als König
Wir haben jetzt viel von der persönlichen Ebene des Glaubens gesprochen. Das ist zentral, aber Gottes Perspektive ist größer: Er möchte die ganze Welt von den Folgen der Sünde und der Herrschaft des Bösen erlösen. Die Königsherrschaft Gottes über unsere Welt war ein Kernelement bei dem, was Jesus gepredigt hat – von Anfang an: “Jetzt ist die Zeit gekommen, Gottes Reich ist nahe. Kehrt um zu Gott und glaubt an die rettende Botschaft!” (Mk. 1,15) Jesus macht klar, dass dieses Reich Gottes bereits begonnen hat. Dabei geht es nicht um ein sichtbares Reich wie bei anderen Regierungssystemen – gemeint sind die Bereiche, wo Menschen ihre eigenen Vorstellungen aufgeben und lernen, in Übereinstimmung mit Gottes Plänen zu leben.
Im Laufe der letzten zwei Jahrtausende haben Christen in diesem Sinne die Welt verändert. Wir heute sind ebenfalls Teil dieser Geschichte, in unserem jeweiligen Lebensumfeld. Wir setzen uns dafür ein, dass noch viel mehr Menschen Gott kennen lernen, ihm vertrauen und mit ihm leben – denn das ist gut für jeden Einzelnen und für die Welt insgesamt.
Falls dir das, was du vom Reich Gottes sehen kannst, angesichts der Probleme der Welt schwach und klein vorkommt, dann lass dir mit zwei Gedanken Mut machen. Zum einen sagt die Bibel an vielen Stellen, dass Gott gerade das Schwache und Unscheinbare ausgewählt hat, um seine Kraft hinein zu legen und so Großes zu tun. Jesus selbst hat am Kreuz scheinbar verloren, durch seine Auferstehung aber einen gewaltigen Sieg über Sünde, Tod und Teufel errungen. Zweitens: Die Welt wird nicht so bleiben. Jesus wird wiederkommen und dann für alle sichtbar die Herrschaft Gottes über die Welt ausüben. Diese Aussicht bildet den Abschluss der Bibel und die Erfüllung von Gottes Plänen, an denen er seit tausenden von Jahren arbeitet. Und auch das wird in der Bibel klar: Was Gott angefangen hat, das wird er auch erfolgreich ans Ziel bringen!
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