Im Glauben wachsen
Jesus Christus hat uns in seiner göttlichen Macht alles geschenkt, was wir brauchen, um so zu leben, wie es ihm gefällt. Denn wir haben ihn kennen gelernt; er hat uns durch seine Kraft und Herrlichkeit zu einem neuen Leben berufen.
(2. Petrus 1,3)
Du glaubst an Gott, bist wiedergeboren als Kind des Vaters im Himmel? Dann lebe in dieser geistlichen Identität. Dein Körper braucht Nahrung, Bewegung und ein gesundes Umfeld, um sich gut zu entwickeln. Deine Liebesbeziehung will gelebt und gepflegt werden. Ebenso kann auch deine geistliche Identität stark werden und Großes hervorbringen, oder verkümmern und eingehen – je nachdem, wie sie gelebt wird.
Alles was dafür wichtig ist, hat Gott dir gegeben. Es geht hier nicht um Selbstoptimierung oder Leistung wie bei einem Fitnessprogramm. Es geht darum, den Vater im Himmel zu lieben, Zeit mit ihm zu verbringen und sich von seinen geistlichen Gaben zu bedienen. So kann er dich immer mehr verändern. Seine Liebe, seine Kraft und Herrlichkeit kommt aus der himmlischen Welt und gewinnt an sichtbarer Präsenz in dir und in der irdischen Welt.
Gottes Wort
Die Bibel ist mehr als Texte – es sind niedergeschriebene Gedanken und Worte Gottes. Die inspirierende und lebendig machende Kraft Gottes steckt darin. Wenn du am Anfang des Glaubens stehst, wirst du durch Bibellesen Gott kennen lernen und ein Verständnis davon bekommen, um was es ihm überhaupt geht. Die Aussagen der Bibel helfen dir, dein Leben zu ordnen, gute Entscheidungen zu treffen und schlechte Gewohnheiten durch gute zu ersetzen. In schweren Zeiten gibt dir Gottes Wort Sicherheit und neuen Mut. Und auch wenn du irgendwann alles schon einmal gelesen hast, wirst du immer neue Tiefen der Wahrheit Gottes entdecken und ihn immer besser verstehen.
Daher ist es gut für dich, wenn du dich regelmäßig mit Bibeltexten beschäftigst. Nimm dir dafür in Ruhe Zeit; lies einen Abschnitt (gerne laut, das hat Kraft), versuche die Absichten Gottes zu entdecken und herauszuhören, was er dir jetzt in diesem Moment sagen will. Entwickle Gewohnheiten, die für dich passen, z.B. eine Zeit am Morgen, bevor du aus dem Haus musst. Vielleicht helfen dir Lesepläne als Leitfaden oder kurze Auslegungen zu den Abschnitten. Vielleicht hilft dir das Hören von Predigten, Themen besser zu verstehen. Aber das Original ist immer am Besten, daher mach dich vertraut mit der Bibel. Es ist gut, sie als Buch in der Hand zu haben, es gibt sie aber auch online oder als App für dein Handy, z.B. hier:
bibleserver.com – Deusche Bibel-Plattform
bible.com/de – YouVersion Bibel-App mit Leseplänen
Zeit mit Gott
Bibellesen ist bereits eine Form, Zeit mit Gott zu verbringen. Daraus entsteht ein Dialog: Sag ihm, was du beim Lesen denkst und welche Fragen du hast, lass ihn darauf antworten. Das ist Gebet. Sprich mit dem Vater im Himmel über das, was dich sonst beschäftigt: Danke für das, was du Gutes erlebt hast, und bitte um das, was du brauchst. Nenn die Dinge beim Namen, auch wenn Gott ohnehin alles weiß. Eine kompakte Vorlage und Orientierungshilfe ist das Gebet, das Jesus uns gelehrt hat, das Vater unser.
Gebet, also mit Gott zu reden, verändert zunächst einmal uns selbst: Es tut gut, mit Gott zusammen zu sein, der uns liebt wie niemand sonst. Wir werden vielleicht innerlich ruhig, richten uns wieder an ihm als Zentrum aus, gewinnen Klarheit und Inspiration für unsere täglichen Herausforderungen. Es geschieht aber noch mehr: Gott erhört Gebete, verändert Situationen um uns herum, macht Wege frei, bewirkt sogar Heilung und Versorgung auf übernatürliche Weise. Manchmal sofort, manchmal erst nach einer gewissen Zeit. Aber er hört jedes Gebet!
Entwickle auch für deine Zeit mit Gott Gewohnheiten, die zu dir passen: z.B. eine tägliche Bibel- und Gebetszeit am Morgen; ein lautes Gebet, während du alleine im Auto unterwegs bist; regelmäßiges Gebet für deine Familie und bestimmte Menschen, die dir wichtig sind; ein gemeinsames Abendgebet mit dem Partner bzw. der Partnerin. Lobpreis- und Anbetungslieder können helfen, zur Ruhe zu kommen und in die Gegenwart Gottes zu treten. Wenn große Herausforderungen zu bewältigen sind, nutze die Kraft, die im Fasten und Beten liegt. Es gibt viele Formen für deine Zeit mit Gott. Nutze sie – es ist ein Privileg für uns als Kinder Gottes, jederzeit eine offene Tür zum Gott des ganzen Universums zu haben!
Zeit mit Christen
Glauben hat immer zwei Dimensionen: die nach oben zu Gott, und die zu anderen Menschen. Jesus hat das klar bestätigt: “Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, mit ganzer Hingabe und mit deinem ganzen Verstand!” Dies ist das größte und wichtigste Gebot. Ein zweites ist ebenso wichtig: “Liebe deine Mitmenschen wie dich selbst!” (Mt. 22,37–39).
Die Bibel berichtet, dass sich die ersten Christen als Gemeinschaft trafen und wie alle, die neu zum Glauben an Jesus fanden, Teil dieser Gemeinde wurden. Sie trafen sich regelmäßig im Tempel und in den Häusern, teilten das Wort Gottes und die Mahlzeiten, beteten und lobten Gott (Apg. 2,42-47). Daran hat sich bis heute nichts geändert – noch immer bedeutet die Gemeinschaft mit anderen Christen Halt und gegenseitige Stärkung, Freude aneinander und Inspiration für das weitere Wachstum im Glauben.
Suche dir deshalb eine lebendige christliche Gemeinde; finde dort einen festen Platz und den Segen, den Gott für dich vorbereitet hat. Und am besten schließe dich einer Kleingruppe an, in der man sich persönlich kennt, vertraut und unterstützt. Diese beiden Säulen ergänzen sich gegenseitig und helfen dir, im Glauben voranzukommen.
Aktiver Glauben
Noch zwei Bibelzitate: “Seid aber Täter des Worts und nicht Hörer allein; sonst betrügt ihr euch selbst” (Jak. 1,22). Und Jesus selbst sagt: “Wer diese meine Rede hört und tut sie, der gleicht einem klugen Mann, der sein Haus auf Fels baute” (Mt. 7,24).
Glaube bleibt nicht vergeistigt oder verkopft, sondern verändert die Art, wie wir ganz praktisch leben. Lies die Aussagen Jesu in den Evangelien und die Anweisungen, die in den biblischen Briefen stehen, und versuche danach zu leben. Frage vor wichtigen Entscheidungen, was Gottes Weg für dich ist; besprich dich vielleicht mit erfahrenen Christen oder einem persönlichen Mentor. Suche den Beistand des Heiligen Geistes, um dich in Einklang mit Gottes Absichten zu bewegen. Wenn Gott dir in einem Punkt Klarheit schenkt, du dich damit aber schwer tust, dann stelle Gottes Willen über deinen eigenen und sei gehorsam.
Das ist herausfordernd. Du kannst dich aber voll darauf verlassen, dass Gott nur Gutes für dich hat. Wirklich – nur Gutes! Vielleicht bist du immer wieder unsicher, du machst Fehler oder wirst schwach… Für Gott ist das kein Hindernis, er steht treu zu dir. Mit ihm Herausforderungen zu meistern, bringt in der aktuellen Situation positive Ergebnisse und dir selbst eine neue Freiheit.
Aktiver Glaubensgehorsam verändert dich selbst und die Welt, und führt dich immer weiter in ungeahnte Dimensionen.
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